Factoring und Forderungsrisiko
Factoring senkt das Forderungsrisiko.
Denn je nach Ausprägung der vertraglichen Vereinbarung übernimmt der Factor das sogenannte Delkredere, also das Risiko des Forderungsausfalls bei einem Schuldner.
Diese Komponente des Factoring ist auch aus Warenkreditversicherungen bekannt.
Factoring, bei dem das Forderungsrisiko auf den Factor übergeht, nennt man "echtes Factoring", während die Form, bei der das Forderungsrisiko beim Factoring-Nehmer bleibt, als "unechtes Factoring" bezeichnet wird. Eine Sonderform des echten Factoring ist das "Fälligkeits-/Maturity-Factoring", bei dem der Factor das Forderungsrisiko übernimmt, nicht aber die sofortige Auszahlung des Forderungsbetrages.
Sicherheit dank Bonitätsprüfung
Voraussetzung für die Risikoübernahme durch den Factor ist eine Bonitätsprüfung der Kunden des Unternehmens, die ins Factoring einfliessen sollen.
Für diese Bonitätsprüfung erhebt der Factor eine Gebühr, die in der Regel jährlich aufgrund wiederholter Bonitätsprüfung anfällt.
Diese Gebühren beeinflussen deutlich die Kosten des Factoring. Sie bringen andererseits auch die Sicherheit vor Forderungsausfällen und die damit anfallenden Kosten. Die meisten Factoring-Anbieter kennen jedoch Bagatellgrenzen (z.B. 2.000 €), unterhalb derer ein Endkunde nicht auf seine Bonität überprüft wird.
Die Bonitätsprüfung aller Endkunden kann dazu führen, dass der Factor sagt "592 Ihrer Kunden übernehmen wir ins Factoring, 8 kommen nicht in Frage." Mit diesen wenigen zu risikobehafteten Endkunden können Sie dann natürlich weiterhin ungefactorte Geschäfte betreiben - oder sich überlegen, ob Sie dieses erkennte Risiko noch weiter eingehen wollen.
Rating
Auch das Rating eines Unternehmens verbessert sich durch sinkendes Forderungsrisiko. Dies berücksichtigt z.B. der Rating-Parameter Net Working Capital Ratio, der sich durch den Forderungsverkauf verbessert.


